Vorstandssitzung des VLPO vom 30.04.2013

Unser neuer Departementsvorsteher ist bekannt! Wir freuen uns, auf die Zusammenarbeit mit Herrn Oskar Freysinger und wünschen ihm in seinem neuen Amt alles Gute, viel Geduld und manchmal sicher auch starke Nerven, denn uns ist bewusst, dass es kein einfaches Departement ist. So viele Menschen mit den verschiedensten Bedürfnissen unter einen Hut zu bringen und dann noch das wichtigste Gut auf Erden, unsere Kinder, zu „betreuen“, wird nicht immer einfach. Unsere Zukunft, unsere Hoffnung und unser grösster Schatz gilt es zu hegen und zu pflegen. Keine leichte Aufgabe, bei den vielen Beteiligten (Departement, Schuldirektionen, Gemeinden, Lehrpersonen, Eltern….)

Am 12. April fand der Anlass zum 40jährigen Jubiläum von Schule und Elternhaus statt. Die GV verlief recht zügig mit mässiger Beteiligung. Doch dann kam Herr Dr. Largo und der Grünwaldsaal platze aus allen Nähten. Viele ergatterten nicht mal mehr einen Sitzplatz.

Nach gut einer Stunde Vortrag stellte manche Lehrperson ihre Arbeit komplett in Frage. Ist unsere Schule wirklich auf dem Holzweg? Die Erwachsenen sind Schuld am Verhalten der Kinder und sie sind zu egoistisch! Ja ja, das war starker Tobak! Also wenn man den Vortrag kurz zusammenfassen müsste, klänge das so:

1.     Hausaufgaben bringen nichts.

2.     Frühenglisch bringt nichts, ausser zu undurchführbaren Bedingungen

3.     Jedes Kind soll in seinem Tempo lernen.

4.    Jedes Kind will lernen, wenn es das nicht mehr will, sind wir schuld.

5.     Nur etwa 3% der hyperaktiven Kinder brauchen wirklich Ritalin, denn wir akzeptieren ihr Temperament einfach             nicht.

6.     Lernen heisst, erleben, anfassen und damit auffassen.

Nach längerem Nachsinnen musste ich mir eingestehen, es läuft sicher nicht alles rund, aber einiges praktizieren wir seit Jahren. Wenn man einige Faktoren noch verbessern könnte, wäre unsere Schule auf einem sehr guten Weg.

Am 17. April hatten wir unser alljährliches Treffen mit der Dienststelle für Unterrichtswesen (DU). Neben dem Adjunkt war das gesamte Schulinspektorat anwesend. Wir konnten wieder einige Fragen klären und auch unsere Wünsche für die Zukunft anbringen. Dieser offene und ehrliche Dialog ist für uns sehr wichtig und konstruktiv. Diese vertrauensvolle Zusammenarbeit hoffen wir, auch weiterhin beizubehalten.

Uns wurde bei den Diskussionen wieder einmal klar, dass nicht das Departement die Gesetze macht. Sie sind nur die ausführende Instanz. Dies müssen auch unsere Mitglieder akzeptieren. Die Spielregeln sind vorgegeben und müssen von allen eingehalten werden.

In Zukunft wird sich noch vieles verändern – ob wir wollen oder nicht. Wir Lehrer müssen flexibler, offener und mutiger werden. Nicht alle Veränderungen sind schlecht. Kurz und knackig! Wir schreiben das Jahr 2013. Unser Beruf hat sich verändert und wir müssen uns anpassen. Stur am Alten festhalten, funktioniert nicht. Wir müssen mit dem Fortschritt gehen, Veränderungen akzeptieren und diese zu unseren Gunsten nutzen.

In der Sitzung mit der DU haben wir auch über das Image der Lehrpersonen gesprochen. Dieses sollte unbedingt aufgebessert werden. Gemeinsam mit der Dienststelle überlegen wir uns hierzu in der nächsten Zeit einige Ideen und Konzepte. Wir denken, dass jede Lehrperson täglich dazu beitragen kann, indem sie ihren Beruf positiv nach aussen vertritt und sich ein bisschen weniger über jede Veränderung und unsere Arbeitsbedingungen beklagt.

Gemeinsam mit dem ZMLP haben wir noch einmal einen Brief an den Departementsvorsteher geschrieben, damit der Rahmen für die Woche nach Schulschluss und für die Woche für Schulbeginn noch einmal angepasst wird. Insbesondere die Frist, in welcher die Schuldirektionen die Aktivitäten bekanntgeben sollten, wollen wir unbedingt von zwei bis vier Monaten auf sechs Monate verlängern. Wir Lehrpersonen vertrauen hier aber auf die Weitsicht der Schuldirektionen und die angemessene Umsetzung des Gesetzes.

Das Beurteilungsdossier ist nun für alle Stufen und Klassen fertiggestellt. Dieses Dossier soll die ganzheitliche Beurteilung der Schüler fördern und uns Lehrpersonen beim Dialog mit den Eltern unterstützen. Wir haben intensiv am Beurteilungsdossier mitgearbeitet und hoffen mit den Indikatoren den Lehrpersonen eine Hilfe zu bieten.

Die Einführungen finden in der zweiten und dritten Schulwoche statt.

Einführung für die Lehrpersonen der 1./2. Klasse: 20. oder 22. August.

Einführung für die Lehrpersonen der 5./6. Klasse: 27. oder 29. August.

Eine Veranstaltung findet in Brig und die andere in Visp statt. Dies wurde noch nicht festgelegt. Auch die Uhrzeit und der genaue Treffpunkt werden noch bekanntgegeben.

Wir werden euch in den nächsten tagen einen Fragebogen zukommen lassen. Für uns wäre es von grosser Bedeutung, wenn wir eine hohe Rücklaufquote hätten, damit wir die Bedürfnisse unserer Mitglieder wahrnehmen können, insbesondere zu Passepartout und zu Weiterbildungsangeboten.

Unsere geplante und immer wieder angekündigte Tagung ist momentan kaum zu realisieren, da das Departement sich nicht vorstellen kann, einen Weiterbildungstag während der Schulzeit zu bewilligen und sich klar darauf beruft, dass die Pädagogische Hochschule für Weiterbildungen verantwortlich ist. Zudem wurde der Einwand laut, dass wir den Bedarf von zirka 600 Lehrpersonen kaum unter einen Hut bringen. Wie schön wären da noch Bildungsgutscheine, wie es in anderen Kantonen üblich ist!

Wir haben mit der Organisation der Generalversammlung begonnen. Die GV findet am Freitag, 4. Oktober 2013 im 18.00 Uhr im La Poste in Visp statt. Bitte reserviert euch schon jetzt das Datum. Da wir unseren Mitgliedern ein Dankeschön zurückgeben wollen und dies dieses Jahr leider nicht mit einer Weiterbildungstagung tun können, werden wir uns ein Geschenk überlegen, welches wir an der GV verteilen werden.

Im neuen Primarschulgesetz kommt auch wieder Wind in die Segel. Im Mai wird es in die erste Lesung im Grossrat kommen. Mit der Botschaft des Staatsrates und den Änderungen der Kommission für Erziehung, Bildung, Kultur und Sport (EBKS), sowie deren Schlussbericht können wir uns identifizieren. Wir hoffen nun, dass unsere Abgeordneten die Vorteile dieses neuen Gesetzes erkennen und diese annehmen werden.

Wir suchen immer noch zwei Lehrpersonen die in der Kommission nach Fächern und Bereichen im Fach Mensch und Umwelt mitarbeiten. Meldet euch!!

Der Vorstand

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