Eine Sitzung jagt die andere, eine Meldung übertrifft die andere

Die Meldung des Departements Bildung und Sicherheit, dass das Anstellungsverhältnis von 104 Lehrpersonen teilweise oder vollständig aufgelöst werden musste, hat uns erschrocken. Tönte es nicht im Januar noch ein wenig anders? Es war von natürlichen Abgängen die Rede und von keinen Kündigungen. Uns wurde von der Dienststelle für Unterrichtswesen immer wieder gesagt, dass der Grosse Rat diese Sparmassnahmen in der Walliser Schule beschlossen hätte. Das Paket hat der Grosse Rat beschlossen, die Aufteilung hat der Staatsrat gemacht. Jeder schiebt dem anderen die Schuld in die Schuhe.

Diese unhaltbare Situation konnten wir der Kommission für Erziehung, Bildung, Kultur und Sport (EBKS) in einer informativen Sitzung aufzeigen und gemeinsam mit den Unterwalliser Lehrpersonen und den Schuldirektoren beider Kantonsteile konnten wir unsere Bedenken und Anliegen deponieren. Wir haben den Kommissionsmitgliedern vor allem aufgezeigt, dass an den Klassengrössen nicht gerüttelt werden darf, da dies insbesondere für grosse Zentren verheerende Folgen hätte. Weiter konnten wir die mangelnde Mitarbeit aufzeigen und die zu späte Information bei den Ankündigungen der Sparmassnahmen.

Natürlich war auch die Altersentlastung ein Thema. Wir versuchten darzulegen, dass dies nicht rechtens sei. Der ZMLP hat wird diesen Fall aber nun vor Gericht ziehen und den ca. 400 betroffenen Lehrpersonen versuchen zu ihrem Recht zu verhelfen.

Da der Grosse Rat das Dekret über die „Prüfung der Aufgaben und Strukturen 1“ gutgeheissen hat, hat der ZMLP und seine angeschlossenen Vereine beschlossen, das Referendum zu ergreifen. Hierbei ist es nun wichtig, dass wir alle am selben Strang ziehen und gemeinsam mit den Eltern und der Walliser Bevölkerung dieses Referendum unterschreiben. Der Walliser Regierung muss aufgezeigt werden, dass beim Bildungswesen nicht gespart werden darf! Auch der Vorschlag, den Junglehrpersonen im ersten Jahr 5% des Lohnes zu streichen können wir nicht hinnehmen. Das erste Jahr ist am arbeitsintensivsten. Unser Beruf darf durch solche Massnahmen nicht an Attraktivität verlieren.

Der Spardruck seitens des Kantons ist gross und wir verstehen, dass es Mittel und Wege geben muss, die Finanzen des Kantons im Gleichgewicht zu behalten. Aber wieso passiert die auf Kosten unserer Schülerinnen und Schüler? Brauchen wir nicht die DfF-Stunden, damit Fremdsprachige Kinder schneller integriert werden? Brauchen wir nicht die PSH-Stunden, damit Schülerinnen und Schüler mit speziellen Bedürfnissen ihren Weg einfacher gehen können? Aber vergessen wir nicht die Regelklasseschüler. Haben die nicht ein Recht auf eine gute Schule, die sie auf ihr zukünftiges Leben vorbereitet? Wie hat ein Schuldirektor so schön gesagt: „Die Walliser Schule braucht kein Porsche oder Ferrari Modell zu sein. Es muss aber zumindest ein Subaru mit vier Rädern sein, der fährt und auch im Winter den Berg hinaufkommt.“

Anfangs Mai wurden nun die Lehrervereine des Wallis, sowie die Schuldirektionen zur ersten Sitzung der Arbeitsgruppe Budget 2015 eingeladen. Wir sind gespannt, in wie weit wir uns in diesen Prozess einbringen können und wie wir wahrgenommen werden. Wir hoffen auf eine konstruktive Zusammenarbeit aller Partner.

Zu diesem ganzen Druck der Sparmassnahmen, kommt auch noch die Frage zur Auflösung der OLLO. Wie soll es hier weitergehen? In einer ausserordentlichen ZV-Sitzung werden wir die beiden Szenarien Auflösung oder Nichtauflösung/Umstrukturierung besprechen. Wir werden unsere Mitglieder über die verschiedenen Pro und Kontras vor der Abstimmung informieren, damit sich jeder ein Bild machen kann. Anschliessend wäre es wichtig, dass so viele Mitglieder wie möglich ihre Stimme abgeben und so ihre Meinung kundtun.

Wir sind aber froh, dass es auch Positives zu berichten gibt: Im März sind wir mit den Kommissionen für Fächern und Bereichen zusammengesessen. In den meisten Bereichen war die Vernehmlassung des Lehrplan 21 das grosse Thema. Alle kamen eigentlich zu einem ähnlichen Ergebnis: Der Lehrplan 21 ist zu umfangreich und wie auch schon der LCH ist man der Meinung, dass der Lehrplan 21 abspecken muss. Weiter waren die Analyse der neuen Lehrmittel ein Thema in den Kommissionen. Die Einführung ist meist gut verlaufen.

In der Stufenkommission Primar des LCH wird die zweite Fremdsprache in der Primarschule in Frage gestellt. Zudem wird die Frage aufgeworfen, ob es nicht wichtig wäre, wegen HarmoS in allen Schweizer Kantonen mit der gleichen Fremdsprache zu beginnen. Diese Diskussionen werden wohl noch lange weitergeführt, da viele Kantone eine andere Meinung haben und die Schule eine Kantonshoheit ist.

Auch wir sind gespannt, wie es mit der Walliser Schule weitergeht und welche Änderungen und Neuerungen noch auf uns zukommen werden. Um diese konstruktiv zu bewältigen, bräuchten wir immer noch Vorstandsmitglieder. Bitte meldet euch doch bei uns!

 

Für den VLPO

Rita Fux-Imstepf, Co-Präsidentin

Christine Wenger, Co-Präsidentin

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